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PFAS

Letzte Aktualisierung: 13.11.2025

PFAS gehören zu den Stoffgruppen, die in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus von Wissenschaft, Medien und Wasseraufbereitung geraten sind. Sie sind nahezu unsichtbar, geschmacklos und geruchlos, können aber in extrem kleinen Konzentrationen bereits riskant sein. Besonders brisant: PFAS sind sehr stabil – so stabil, dass sie sich kaum abbauen, weder in der Umwelt noch im menschlichen Körper. Diese Eigenschaft hat ihnen den Beinamen „Forever Chemicals“ eingebracht und macht PFAS im Trinkwasser zu einem der aktuell wichtigsten Qualitätsparameter.

Was ist PFAS?

Die Frage „Was ist PFAS?“ lässt sich am besten beantworten, indem man zunächst versteht, dass es sich nicht um einen einzelnen Stoff, sondern um eine ganze Gruppe handelt. PFAS steht für Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen – eine Familie von über 10.000 synthetisch hergestellten Chemikalien. Gemeinsam ist ihnen eine besondere chemische Struktur: Eine Kohlenstoffkette, die vollständig oder teilweise mit Fluor gebunden ist. Diese Bindung ist eine der stärksten in der organischen Chemie. Sie sorgt dafür, dass PFAS:

  • extrem hitzebeständig,
  • wasser-, fett- und schmutzabweisend,
  • und chemisch nahezu unzerstörbar sind.

Genau diese Eigenschaften machten PFAS jahrzehntelang attraktiv für Industrieprozesse und Alltagsprodukte. Gleichzeitig führen sie zu dem zentralen Problem: PFAS bleiben – einmal freigesetzt – dauerhaft in der Umwelt.

Wie PFAS in die Umwelt gelangen

PFAS wurden seit den 1950er-Jahren breit eingesetzt, ohne dass ihre Auswirkungen ausreichend bekannt waren. Heute weiß man, dass PFAS aus zahlreichen Quellen in Böden, Gewässer und die Nahrungskette gelangen können.

Typische PFAS-Quellen sind:

  • industrielles Abwasser
  • belastete Böden und Altlasten
  • Löschschaum (v. a. auf Flughäfen, Militärgeländen, Raffinerien)
  • Textilien und Imprägnierungen
  • Antihaftbeschichtungen
  • Kosmetika
  • technische Prozesse (Galvanik, Chemieproduktion)

Da PFAS nicht abgebaut werden, reichern sie sich mit der Zeit an und gelangen früher oder später in das Grundwasser – und damit in das Trinkwasser.

PFAS im Trinkwasser

Mittlerweile gilt PFAS weltweit als emerging contaminant – ein neuer Schadstoff, der die Trinkwasserversorgung langfristig herausfordert. Die Stoffe können bereits in geringsten Konzentrationen gesundheitlich relevant sein. Das macht pfas im Trinkwasser zu einem besonders sensiblen Thema: Schon wenige Nanogramm pro Liter können Anlass zur Behandlung sein.

PFAS sind außerdem bioakkumulativ, das heißt: Sie können sich im menschlichen Körper anreichern. Einige Vertreter gelten als potenziell krebserregend, hormonverändernd oder leberschädigend. Besonders gut untersucht sind:

  • PFOA (Perfluoroctansäure)
  • PFOS (Perfluoroctansulfonat)

Diese beiden gehören zu den langlebigsten und toxikologisch relevantesten PFAS und wurden inzwischen weitgehend verboten. Doch durch ihre extreme Persistenz sind sie weiterhin im Grundwasser nachweisbar.

Wie PFAS wirken

Auch wenn PFAS unterschiedlich sind, zeigen viele ähnliche Wirkmechanismen. Der menschliche Körper kann PFAS nur langsam abbauen, weshalb eine langfristige Anreicherung möglich ist. In der Wissenschaft diskutierte Auswirkungen (je nach PFAS-Typ):

  • mögliche Erhöhung des Krebsrisikos
  • hormonelle Störungen
  • Schwächung des Immunsystems
  • Beeinflussung von Schilddrüsenhormonen
  • Auswirkungen auf Leber und Stoffwechsel
  • mögliche Wirksamkeitsminderung von Impfungen

Die Forschung entwickelt sich rasant weiter, weshalb viele Staaten ihre Grenzwerte aktuell immer weiter verschärfen.

Wie PFAS entfernt werden

PFAS gehören zu den schwierigsten Stoffen, wenn es um die Reinigung von Wasser geht. Klassische Filtrationsverfahren sind wirkungslos. Nur spezielle Technologien können PFAS sicher entfernen.

1. Aktivkohlefiltration (GAK/PAK)

Aktivkohle bindet PFAS – jedoch nicht alle gleich gut. Lange Molekülketten wie PFOA oder PFOS lassen sich zuverlässig adsorbieren, während kurzkettrige PFAS (die durch Regulierungen zunehmend eingesetzt werden) deutlich schwerer zu binden sind.

2. Ionenaustauschharze

Spezialisierte Harze können PFAS selektiv aufnehmen. Sie funktionieren auch bei kurzkettrigen PFAS besser als Aktivkohle und werden häufig in industriellen oder kommunalen Anlagen eingesetzt.

3. Umkehrosmose (RO)

RO-Membranen können PFAS nahezu vollständig abtrennen – sowohl kurz- als auch langkettige Vertreter. Für Haushalte ist dies die sicherste Methode, um PFAS im Trinkwasser wirksam zu reduzieren. In vielen Fällen wird eine Kombination der Verfahren eingesetzt, um maximale Sicherheit zu erreichen.

Warum PFAS so schwer zu behandeln sind

Die außergewöhnlich stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindung ist der Grund dafür, dass PFAS nicht biologisch abbaubar sind. Sie widerstehen:

  • Bakterien
  • UV-Licht
  • Ozon
  • Chlor
  • und sogar hohen Temperaturen

Deshalb kann PFAS nicht einfach „zerstört“ werden – es muss physisch aus dem Wasser entfernt und anschließend sicher entsorgt werden.

PFAS: hochwertige Lösungen für komplexe Probleme

Böckenholt begegnet PFAS-Problemen mit modernsten Technologien und individuellen Systemkonzepten. Da PFAS oft gemeinsam mit anderen Problemstoffen auftreten – etwa Nitrat, Medikamentenrückständen, Mikroplastik oder Chlorabbauprodukten – werden Lösungen immer auf Basis einer Wasseranalyse entwickelt.

Für Haushalte setzt Böckenholt vor allem auf Umkehrosmose-Systeme, die PFAS zuverlässig zurückhalten und gleichzeitig viele weitere kritische Stoffe entfernen. Gewerbliche und industrielle Kunden profitieren von größeren Membranmodulen, kombinierten Aktivkohle- bzw. Ionenaustauschsystemen oder mehrstufigen Aufbereitungsanlagen, die exakt auf die Rohwasserwerte abgestimmt werden. Das Ziel ist dabei immer dasselbe: höchste Trinkwassersicherheit – auch bei neuartigen oder besonders persistenten Stoffen wie PFAS.